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Ausstellungshinweis
Phänomen Horizont
Takesada Matsutani u.a.
26. November 2014 – 18. Januar 2015


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In der Ausstellung Phänomen Horizont der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung in Bonn sind zwei Werke des Künstlers Takesada Matsutani zu sehen. Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog.

Phänomen Horizont
Grenze – Summe – Übergang
26. November 2014 – 18. Januar 2015
Eröffnung: 22.11.2014: 17 Uhr

gkg Bonn
Gesellschaft für Kunst und Gestaltung
Hochstadenring 22
53119 Bonn

Öffnungszeiten
Mi, Do, Fr 15 – 18 Uhr
Sa 14 – 17, So 11 – 14 Uhr

www.gkg-bonn.de

Pressetext

Der natürliche Horizont ist die sichtbare Grenzlinie zwischen Himmel und Erde. Er ist die äußere Grenze des Gesichtskreises, also des Landschaftsausschnittes, den wir von unserem jeweiligen Standpunkt aus in Abhängigkeit von der Erdkrümmung gerade noch überblicken können. ›Unser‹ Horizont folgt daher jeder unserer Bewegungen, aber seinen Mittelpunkt können wir dennoch nie verlassen. Wir erleben diese Grenzziehung so intensiv, weil gleichzeitig unser Blick immer über den Horizont hinaus in ein Offenes und Unbegrenztes entgleitet. Der Horizont ist demnach im Ursprung keine Wahrnehmungsgrenze, sondern eine Grenze der Sichtbarkeit. Erst seit der mathematisierten Linearperspektive der Renaissance ist auch der Horizont selbst scheinbar ins Unendliche gerückt.

Dem Horizont kommt eine konstitutive Funktion für unsere Raumwahrnehmung zu. Dadurch ist bei uns eine Weltsicht begründet, die in der unauflöslichen Spannung zwischen konkreter Begrenztheit und erlebter Entgrenzung steht. Das ›Phänomen Horizont‹ durchzieht generell unsere Wahrnehmung und unseren Wirklichkeitsbezug und lässt sich daher analog z.B. auch als Klangphänomen ausmachen. Durch die vielgestaltigen Übertragungen, ist der Horizont überhaupt erst zu einem allgemeinen Grundsymbol menschlicher Existenz geworden.

Neben den vielen Künstler/innen, die den Horizont wegen seiner raumschaffenden Wirkung oder seiner sinnbildlichen Bedeutung einsetzen, gibt es einige, die sich in ihren Arbeiten speziell dem ›Phänomen Horizont‹ widmen, seine konkrete sinnliche Wirklichkeit ins Visier nehmen und den Horizont als Grenzphänomen erlebbar werden lassen von Fläche und Raum, Form und Bedeutung, Klang und Stille, von Endlichkeit und Unendlichkeit, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, von Subjektivität und Objektivität, Konkretion und Abstraktion oder Sein und Nicht-Sein.

Die Auswahl der in dieser Ausstellung gezeigten Werke von Jo Achermann (Modelle plastischer Arbeiten im Aussenraum / Dokumentationsfotos), William Brauhauser (Skulptur), Antonio Calderara (Serigrafie), Yvon Chabrowski (Video), Bernd Halbherr (Fotoarbeiten), Leiko Ikemura (Malerei), Izimia Kaoru (Fotografie), Norvin Leineweber (Relief), Harald Naegeli (Zeichnung), Takesada Matsutani (Malerei), Rune Mields (Edition), Gabor Ösz (Camera Obscura), Johannes S. Sistermanns / Leo Hofmann (Soundarbeit), Peter Somm (Aquarell), Dieuwke Spaans (Collage) und Hiroshi Sugimoto (Fotografie) kann lediglich exemplarisch genannt werden. Das gilt sowohl hinsichtlich ihrer individuellen Annäherungen an das ›Phänomen Horizont‹ als auch in ihrer künstlerischen Bandbreite. Die große Zahl von Künstler/innen, die in den letzten zwei, drei Generationen insgesamt zu diesem Thema gearbeitet haben, belegt aber nicht zuletzt dessen ungebrochene Aktualität – zumindest für die Bildende Kunst.

Zur Ausstellung erscheint ein 68seitiger Katalog mit zahlreichen Farbabbildungen und Texten zum Thema von Johannes S. Sistermanns über das ‚Klangphänomen Horizont’, von Hubertus Busche aus philosophiehistorischer, von Albrecht Koschorke aus literatur- und von Susannah Cremer-Bermbach aus kunsthistorischer Sicht.

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